vitivtafel st. laurentius havelberg standort st. laurentius-kirche steinkreuz havelberg

Havelberg, Lkr. Stendal, Stadtkirche St. Laurentius, westl. Turmvorbau, rechts des Einganges in  2,5 m bzw. 5 m bündig vermauert

A: Maße: Höhe 1,80 m, Br. 0,90, die rechteckige Votivtafel zeigt auf vertiefter gerahmter Fläche eine Kreuzigungsszene im Relief (Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes) wobei sich auf dem Rahmen eine nicht mehr lesbare Inschrift befindet; darunter, arg verwittert und nur noch erahnbar, ein kniender Adorant mit Schriftband, wohl die zu Tode gekommene Person; angeblich soll die Tafel aus dem Jahre 1459 stammen (Quelle: ...havelberg.de-sakralb.)    

B: Maße: Höhe 1,05 m, Br. 0,51, nasenbesetztes got. Steinkreuz mit keilförmiger Verbreiterung des Schaftes, der unsymmetrisch ausläuft; unterseitige Armstützen reichen bis zum Schaftansatz; für diesen Zweck der Vermauerung wurde der Kopf geringfügig gekürzt; über beide Denkmale sind keine Sagen oder Überlieferungen feststellbar, sowie auch in Havelberg keine Sühneverträge bekannt sind (Quelle: Lit. W. Saal, s.u.)

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Magdeburg, Halle 1987, S. 12 m. Abb. 12, daraus: 2. Th. Goecke, Die Kunstdenkmäler des Kreises Westprignitz, Berlin 1909, 3. G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bez. Magdeburg, Berlin 1974, Internet: 1. ...havelberg.de-sakralbauten

ringkreuz havelberg
standort

Havelberg, C: nördl. der Altstadt (Stadtinsel) u. des ehem. Steintores, vor der St. Annenkapelle, ‘Pilgerkreuz’

andere seite

Maße: Höhe 2,10 m, Br. 1,04, T. 0,15, das sog. Pilgerkreuz vor der Hospitalkapelle St. Anna am Hohlweg vor dem Steintor, ist die Nachbildung eines mittelalterlichen Wegweisers in Lübeck, dem sog. Wilsnacker Kreuz (s.u. Rubrik Schleswig-Holst.-Lübeck) das Kreuz wurde im Sommer 1932 (nach Auftrag vom 20. Mai) von Steinmetz Fritz Krege gefertigt; von einem etwaigen ausgegangenen Kreuz ist nichts bekannt, sehr wahrscheinlich wollte man in Havelberg an den nahen, früher sehr bekannten und viel frequentierten Wallfahrtsort Wilsnack erinnern; das Denkmal zeigt im Kreuzungsfeld das Zeichen des heiligen Blutes zu Wilsnack (drei Ringe mit Kreuzchen), über die Arme ‘Anno 1396’ auf dem Schaft ‘to der (nach links weisender Pfeil) Wilsnack - orato ibi pro nobis’   

Quellangaben: Lit.: 1. W. Saal, s.o. S. 12 m. Abb. 13, daraus: 2. Th. Goecke, 1909, 3. G. Dehio, Bez. Magdeburg, Berlin 1974,                              Internet: 1. ...havelberg.de-sakralbauten

steinkreuz berge
standort kirchhof berge

Werben, OT Berge, Lkr. Stendal, Südostecke Kirchhof, zwischen den Grabstellen der Pfarrer von Berge, des ehem. Pfarrgebäudes u. Kirchhofmauer

andere seite

A: Obertägige Maße: Höhe 1,05 m, Br. 0,37, T. 0,19, langschaftiges zeichenloses Steinkreuz aus Sandstein lat. Form mit leicht nach außen verbreiterten Kreuzarmen; neben Oberflächenverwitterung gut erhalten

steinkreuz berge andere seite
hinweistafel zeichnung

Berge, B: hinter A an Kirchhofmauer            

Höhe 0,61 m, Br. 0,42, T. 0,30, gedrungen wirkendes Steinkreuz aus Sandstein mit nach außen verbreiterten Enden, ein. sog. Tatzenkreuz; beidseitig ein etwa formgleiches kleineres Kreuz im kräftigen Relief hervorgearbeitet; obwohl beide Steinkreuze erheblich in Form und Größe voneinander abweichen, damit sicherlich auch in epochialer Zuordnung, sollen sie nach der Sage in verbindlichen Zusammenhang stehen (Verf.) 

über beide Steine berichtet die Sage, dass sie für die beiden Söhne des Ortsschulzen errichtet worden sind, die sich hier, aufgewiegelt durch einen Edelmann, gegenseitig erschossen haben; der Hof des reich begüterten Schulzen lag an der einen Seite des Kirchhofes, der Edelhof gegenüber auf der anderen; um sich in den Besitz des Schulzenhofes zu bringen, spielte der Edelmann die Söhne in Sachen Erbe gegeneinander aus und veranlasste sie zu einem Pistolenduell auf dem Kirchhofe; er zeigte ihnen zwei Reiterpistolen, von denen nur eine angeblich geladen sei, doch waren beide geladen; beide schossen auf Zuruf des Edelmannes und fielen tot zu Boden; nun hatte der Schulze keine leiblichen Erben mehr; wenige Monate danach fand man ihn erschossen in seinem Zimmer und es wurde gemunkelt, dass der Edelmann mit einer Windbüchse von seinem Hof aus über den Friedhof geschossen habe, aber es war nicht zu beweisen und so viel der Schulzenhof in seinen Besitz; vermutlich entstand die Sage durch einen jetzt nicht mehr vorhandenen Grabstein eines Bauern an der Bergener Kirche, auf dem die Worte ... ist erschossen worden ... noch zu lesen waren; nach einer älteren schriftlichen Fassung der Sage soll der Edelmann der General von Kannenberg auf Iden gewesen sein (Quelle: W. Saal)

Christoph von Kannenberg, * 10. Januar 1615 in Buch, Altmark; † 10. Februar 1673 in Minden, war ein preußischer General. Kannenberg kämpfte von 1631 bis 1650 als Offizier in schwedischen Diensten, 1651 trat er in die preußische Armee ein. Der 1657 zum Generalleutnant ernannte Kannenberg galt als einer der „vorzüglichsten Reitergenerale des Großen Kurfürsten“. Zu seinem Stammsitz erwarb er 1649 das Gut Krumke bei Osterburg sowie von 1650 bis 1660 Höfe und andere Besitzungen in Räbel, Giesenslage, Calberwisch, Berge und Schwarzholz. (Quelle: ...wikipedia.org)

ein Steinkreuz soll früher vor dem Dorfe gestanden haben, eine Umsetzung auf den Kirchhof ist nirgends bezeugt, jedoch nicht auszuschließen (Quelle: W. Saal)

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Magdeburg, Halle 1987, S. 16 m. Abb. 27, 28, daraus: 2. E. Haetge, Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen, Burg 1938, 3. P. K. Pflanz, Die Sühnekreuze in der Altmark, 1931, 4. W. Zahn, Die Mordkreuze in der Altmark, 1899, S. 45-51; 5. W. Saal, Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt, 1992, S. 9

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